Aktuelles

An dieser Stelle veröffentlichen wir aktuelle Informationen aus dem Projekt sowie aus den Arbeitsgruppen.

Information zur Aktion Verkehrsberuhigung am 24.09.2025

Infoveranstaltung in Kirchdorf an der Amper

Mehr Sicherheit (nicht nur) für Schulkinder

Kinder gehören zu den vulnerabelsten Gruppen auf deutschen Straßen. Wer sie besser schützen und ein höheres Sicherheitsgefühl vermitteln will, muss dort anfangen, wo sie am frühesten und häufigsten am Verkehrsgeschehen beteiligt sind: Auf dem Schulweg. Zum Beginn des neuen Schuljahres hatte die Gemeinde Kirchdorf an der Amper gemeinsam mit team red deshalb zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Dabei ging es um die veränderten Möglichkeiten für Kommunen, die sich durch die Novelle der Straßenverkehrsordnung eröffnen.

Im Fokus stand die Staatsstraße 2054. Am Ortsteingang in unmittelbarer Nähe der Grundschule von Kirchdorf an der Amper sind hier überhöhte Geschwindigkeiten und massiver Schwerlastverkehr an der Tagesordnung. Kirchdorfs Erster Bürgermeister Uwe Gerlsbeck bekräftigte daher die Notwendigkeit, an dieser Stelle für Verkehrsberuhigung zu sorgen. Verkehrsrechtler Dr. Hubertus Baumeister von der Bremer Kanzlei BBG und Partner erläuterte die Möglichkeiten, welche die Novelle der Straßenverkehrsordnung Kommunen bietet. Das geht von Erleichterungen beim Ausweisen von Verkehrsberuhigungen aufgrund einer gesteigerten Gefahrenlage bis hin zu „angemessenen Flächen für Fußgänger:innen“.

Foto: Nina Huber / ILE Kulturraum Ampertal e.V.

Zum Termin waren zahlreiche Bürgermeister:innen der umliegenden Gemeinden angereist. Sie unterstrichen die Relevanz des Themas für ihre Kommunen. Auch Elternvertreter:innen sowie interessierte Eltern folgten den Ausführungen. In der Diskussion zeigte sich, dass die Anwesenden vor allem an rechtlichen Optionen zur Umsetzung von Geschwindigkeitsbegrenzungen interessiert waren.

„Wenn wir zwischen einem großen Gewinn für die Sicherheit und die Lebensqualität in einer ganzen Kommune und einem minimalen Zeitverlust für die persönliche Autofahrt wählen sollen, kann es eigentlich nur eine Entscheidung geben“, erklärt Tobias Kipp, der als Experte für Kommunale Mobilität für team red am Termin teilgenommen hatte. So würde der maximale Zeitgewinn pro 100 Metern bei etwa vier Sekunden liegen. Auf einen Kilometer würde man so lediglich 40 Sekunden sparen und das auch nur bei optimalen Bedingungen. „Es ist ein sehr wichtiger Schritt, dass es nun auch die rechtlichen Grundlagen gibt, Verkehrsberuhigungen leichter umzusetzen“, so Kipp weiter.

Die Veranstaltung fand im Nachgang des LEADER-Projektes „Interkommunales Mobilitätsmanagement für die MIA-Region“ statt, das team red Deutschland zwei Jahre lang federführend betreut hat. Eines der Schlüsselprojekte war der Verkehrsberuhigung gewidmet. Bereits Anfang vergangenen Jahres verabschiedeten 13 der teilnehmenden Gemeinden eine Resolution „Lebenswerte Städte in der MIA-Region durch angemessene innerörtliche Geschwindigkeit“.

Newsletter Projektabschluss vom 31.05.2025

Von 2018-2020 wurde im Rahmen eines LEADER-Projektes ein „Integriertes Mobilitätskonzept“ entwickelt, das Verkehr, Wohnen und Umwelt in Einklang miteinander bringen soll. Ziel des LEADER-Folgeprojektes „Interkommunales Mobilitätsmanagement für die MIA-Region“ war es, ausgewählte Teile der im Mobilitätskonzept definierten 40 Maßnahmen und sieben Schlüsselmaßnahmen in die Umsetzung zu bringen.

Um aus den theoretischen Vorlagen beschluss- und genehmigungsfähige sowie finanzierte Anträge oder (Geschäfts-)Modelle zu entwickeln, wurde die Innovationsberatung team red Deutschland GmbH mit der Ausarbeitung eines Mobilitätsmanagements beauftragt. Ganz praktisch sollten sich Arbeitsgruppen mit den konkreten Themengebieten beschäftigen, die sich aus Vertreter*innen von Kommunen, Institutionen und Organisationen der MIA-Region zusammensetzen.

Auf dieser Grundlage hat team red umfassende Analysen und Bürgerbeteiligungen durchgeführt, Zukunftsszenarien durchgespielt und wo möglich passgenaue Konzepte für die Entwicklung der Mobilität in der MIA-Region entwickelt. Dabei haben wir uns auf die fünf Schlüsselmaßnahmen Verkehrsberuhigung, ÖPNV, Radverkehr, Raum-/Verkehrsstruktur 2040 und Mobilitätsknoten fokussiert. Besonders wichtig war uns dabei, die einzelnen Themen nicht als separate Aufgaben, sondern als ineinandergreifende Teile einer am Menschen und seiner Umwelt orientierten Mobilität der Zukunft zu behandeln.

Alle gesetzten Ziele wurden erreicht, wenn auch aufgrund teils komplexer Themenstellungen und Rahmenbedingungen in unterschiedlicher Detailtiefe. Diese reicht von einer komplexen Darstellung der Situation als Basis für weitere Schritte bis zur Benennung konkreter Umsetzungsempfehlungen. Im Rahmen dieser Einschränkungen können wir feststellen, dass alle Ergebnisse der Schlüsselmaßnahmen so konzipiert wurden, dass sie möglichst zeitnah konkrete Wirksamkeit entfalten können.

Am deutlichsten wird das etwa bei den Themen Verkehrsberuhigung, Radverkehrskonzept light sowie Raum-/Verkehrsstruktur 2040:

Bereits Anfang 2024 wurde durch zahlreiche Gemeinden der MIA-Region eine Resolution beschlossen, die eine vereinfachte Handhabe bei der Reduzierung der Geschwindigkeitsniveaus auf den Straßen der jeweiligen Kommunen auf 30 Stundenkilometer fordert. Die Novelle des Straßenverkehrsgesetzes sowie die 2025 dazu veröffentlichten Verwaltungsvorschriften geben den Kommunen nun weitreichende Möglichkeiten. Im Nachgang des MIA-Projektes wird es dazu in der zweiten Woche des neuen Schuljahres 2025/26 eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung geben. Hierzu erhalten Sie zusätzlich zeitnah eine gesonderte Information.

Das für die Gemeinden Allershausen und Kranzberg bereits 2024 angefertigte „Radverkehrskonzept light“ hat gezeigt, wie Kommunen mit schlanken Mitteln und geringem externen Aufwand zügig in die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen kommen können, die sich inner- wie außerörtlich positiv auf den Radverkehr auswirken.

Ein Ergebnis der umfassenden Arbeit am Thema Raum-/Verkehrsstruktur 2040 haben ist eine Erreichbarkeitskarte für das Projektgebiet. Diese erhalten alle teilnehmenden Kommunen der MIA-Region nach der Sommerpause als Ausdruck. Das von unseren Experten erstellte Werk zeigt eindrucksvoll die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Bautätigkeit und Verkehrsflüssen und soll als Grundlage dafür dienen, künftige Bauvorhaben aus einer veränderten Mobilitätsperspektive heraus zu beurteilen.

Die Gruppe hat in mehreren Online-Meetings den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung analysiert. Es zeigte sich, dass bereits umfassende Aktivitäten in der Region stattfinden, jedoch zahlreiche Anträge mangels Anpassung an die strikten Vorgaben der damals bestehenden Straßenverkehrsordnung abgelehnt wurden. Durch die unvermeidlichen Verzögerungen bei der geplanten Novellierung des Straßenverkehrsgesetzes hatte die Gruppe beschlossen, vor weiterer Detailplanung zunächst die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen abzuwarten.

Die Diskussionen fokussierten sich auf die Identifikation konkreter Konfliktpunkte im Verkehrsfluss und das Erarbeiten passgenauer Lösungsansätze, die eine flexiblere und effektivere Umsetzung der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ermöglichen sollen:

Ein Bewertungsverfahren innerhalb der AG ergab, dass eine Verkehrsberuhigung entlang der Staatsstraße 2054 (Hohenkammer – Zolling/Haag a.d. Amper) von Vorteil wäre. Eine einheitliche Argumentation könnte mehrere Anwendungsfälle abdecken. Zudem liegt die Strecke im Fokus der Expressbuslinienplanung Petershausen – Moosburg. Hier könnte im Rahmen eines Pilotprojektes ein neues ÖPNV-Angebot schaffen und gleichzeitig für Verkehrsberuhigung gesorgt werden.

Die Erhöhung der Schulwegsicherheit liegt vielen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der MIA-Region am Herzen. In diesem Bereich sollten die Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit entlang der täglichen Schulwege im Rahmen der neuen Straßenverkehrsordnung besser ausgeschöpft werden. Im Fokus stehen die Einrichtung von Schulstraßen, die Schaffung zusätzlicher Straßenquerungen sowie die Durchführung kommunikativer Begleitmaßnahmen.

Im Dezember 2024 wurden hierzu Informationsmaterialien für die Kommunen bereitgestellt sowie Schulungen durchgeführt. Die Kommunen wurden gebeten, infrage kommende Schulstandorte zu benennen und mögliche Maßnahmen aufzulisten. Ausgewählte Vorhaben können dann durch die Kommunen nach Veröffentlichung der VwV zur StVO ab April 2025 beantragt werden. Davon ausgehend wird es zum Schuljahresbeginn 2025/26 eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung in Kirchdorf an der Amper geben. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Ausblick

Die ursprünglich geplante Schwerpunktsetzung zur Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Novellierung der Straßenverkehrsordnung konnte aufgrund der späten Verabschiedung im Bundesrat (Nov. 24) während der Laufzeit des Projektes nicht weiterverfolgt werden. Auch der Ansatz zur Minderung von Lärmemissionen kann aufgrund anderer Schwerpunktsetzung der Verkehrspolitik im Freistaat Bayern nicht mit der gewünschten Intensität umgesetzt werden. Dennoch wurde durch eine Vielzahl an Gemeinden bereits Anfang 2024 eine Resolution beschlossen, die eine Reduzierung der Geschwindigkeitsniveaus auf den Straßen der jeweiligen Kommunen fordert. Insgesamt unterzeichneten 13 der 21 Kommunen in der MIA-Region die Resolution.

Die neue Straßenverkehrsordnung bietet Kommunen viele effektive und schnelle Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung. Die entsprechenden Verwaltungsvorschriften wurden zwischenzeitlich veröffentlicht. Hierzu organisieren wir an einem geeigneten Wochentag zum Schulbeginn 25/26 ein öffentlichkeitswirksames Event in der Gemeinde Kirchdorf an der Amper. Geplant ist eine Informationsveranstaltung an der Staatsstraße 2054 zum Thema „Neue verkehrsrechtliche Spielräume für Kommunen im Bereich der Verkehrsberuhigung“ (z.B. Fußgängerüberwege, Tempo-30-Zone). Auch Visualisierungen zu spezifischen Unfallrisiken (z.B. erhöhter Bremsweg) können durchgeführt werden.

Weitere Veranstaltungen/Pop-ups können von den Gemeinden entlang der St 2054 passend zur jeweiligen lokalen Situation durchgeführt werden.

Die Gruppe beschäftigte sich mit drei Themen: Einführung neuer Expressbuslinien, On-demand-Verkehre und Ridesharing.

Vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage der Kommunen beurteilte die Arbeitsgruppe die Einführung neuer Linienverkehre kritisch. Im Fokus stand daher die Optimierung der öffentlichen Verkehrsangebote. Neben den verfügbaren Eigenmitteln der Landkreise müssten hier weitere Fördermittel eingeworben werden. Daher ging es vorwiegend um die Finanzierung durch Förderprogramme. Als Diskussionsbasis zu dieser Thematik hatte team red Fakten zu Voraussetzungen und Perspektiven zusammengestellt und auf der 5. Arbeitsgruppensitzung präsentiert.

Ziel bei der Einrichtung von On-Demand-Verkehren in der Region sollte nicht die Überlagerung des bestehenden ÖPNV durch ein weiteres System sein, sondern die Schaffung eines Substitutions- oder Ergänzungsangebotes für Bereiche mit niedriger Bevölkerungsdichte. So setzte der Landkreis Freising im Projektzeitraum etwa die vollständige Integration Moosburgs (außerhalb der MIA-Region) in den MVV um. Der Fokus für weitere Angebote außerhalb Moosburgs liegt im Bereich der B301 im nördlichen Freisinger Landkreisgebiet.

Vor der Entscheidung über die Ausgestaltung eines ergänzenden Erschließungsangebots vorwiegend im Bereich westlich der B301 wurden Linienverkehr, Ruftaxi und On-Demand-Verkehr vergleichend betrachtet. team red bereitete für den Vergleich der Bedienungskonzepte die Daten der Untersuchungen des MVV auf, mit dem Ziel einer qualitativen Beurteilung.

Um die Potenziale von Rufverkehren in der Region darstellen zu können, erstellte team red eine Analyse der Ruftaxi-Verkehre zwischen Erding und Moosburg und stellte diese im September 2024 vor. Das Ruftaxi verkehrt in diesem Bereich an Samstagen und Sonntagen mit zwei Linien im 2h-Takt und von Montag bis Freitag abends mit einer Ringlinie im 2h-Takt. Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung waren, dass die Verkehre vorwiegend als Zu- und Abbringer zum Bahnhof Erding dienen. Das hohe Fahrgastaufkommen führt dazu, dass ein großer Teil der fahrplanmäßig angebotenen Fahrten auch durchgeführt wird und oftmals auch durch weitere Fahrzeuge verstärkt werden muss. Dies führt zu einer Dämpfung des Kostendeckungsgrades.

Im Bereich Ridesharing stellte sich nach eingehender Analyse und intensiven Gesprächen heraus, dass eine Beteiligung am Projekt Mitanand des MVV nicht zielführend ist. Das als Ergebnis des Projekts in der MVV-App verfügbare Ride-Sharing-Angebot soll jedoch als Grundlage für Offerte und Kommunikation dienen. Auf der 5. Arbeitsgruppensitzung wurde diese Strategie zur Stärkung des Angebots von Mitfahrplattformen in der Region auf der Basis des Ride-Sharing-Angebots der MVV-App vertieft. team red erstellte als Gesprächsbasis einen Vergleich der im Jahr 2024 in der App vertretenen Anbieter.

Ausblick

Die Einführung weiterer landkreisüberschreitender Expressverkehre hängt von den finanziellen Kapazitäten und der Bereitschaft aller vom Linienverlauf betroffenen Aufgabenträger ab, sich für diese Linie einzusetzen. Ein weiterer Faktor ist die Komplementärfinanzierung durch den Freistaat oder weitere Fördermöglichkeiten.

Für die Aktivierung des Ride Sharing-Potenzials in der Region sollte das Augenmerk darauf gerichtet werden, Unternehmen und deren betriebliches Mobilitätsmanagement zu gewinnen. Auf der Fachtagung am 03.12.2024 wurde eine gemeinsame Vorgehensweise von Kommunen und Landratsamt mit den Unternehmen in einem größeren Gebiet wie der gesamten MIA-Region oder einem gesamten Landkreis angeregt. Auch der MVV sollte künftig eingebunden werden. Eine Fortentwicklung des Themas Ride Sharing über den Nutzerkreis der Pendler:innen hinaus und eine umfassende Integration der Angebote in das Mobilitätsangebot eines Verkehrsverbunds bleibt eine Aufgabe für zukünftige Forschungsprojekte.

Vor einer Entscheidung über die Verbesserung der Bedienung des Bereichs westlich der B301 sollte der Vergleich der Bedienungskonzepte in puncto Vor- und Nachteile sowie Kostenschätzung exakter aufgearbeitet werden. Zur Beurteilung, ob das Gebiet für einen On-Demand-Verkehr geeignet ist, können erste Erkenntnisse aus dem Moosburger Pilotprojekt herangezogen werden. Dabei sollten die unterschiedlichen Strukturen beider Gebiete berücksichtigt werden.

Das Interesse an der Idee „Mobilitätsknoten/Mobilitätsstation“ ist im Projektgebiet bemerkenswert hoch. Die Arbeitsgruppe hat mögliche Eckpunkte ausgearbeitet, an denen sich der Aufbau eines Netzes an Mobilitätsstationen in der MIA-Region orientieren kann. Grundlage war ein durch den Münchner Verkehrsverbund erarbeiteter Leitfaden, der ein einheitliches Design und Layout der Stationen definiert. Am 14.06.2024 erfolgte die Eröffnung der Mobilstation am Freisinger Bahnhof, die ein deutliches Signal für den Ausbau der intermodalen Angebote im Landkreis setzte.

Daran anknüpfend wurde Mitte Juni 2024 ein Antrag für das Förderprogramm „Digitalisierung Kommunaler Verkehrssysteme“ gestellt, mit dem die weitere Entwicklung gefördert werden sollte. Im Fokus lagen hier die Anforderungen der ländlicheren Gebiete der MIA-Region. So sollte auf der Basis bestehender digitaler Angebote (z.B. MVV-App) ein digital vernetztes System der Angebote an Mobilstationen (z.B. Bike- und Carsharing) entstehen. Der Antrag wurde in der ersten Runde positiv beschieden, konnte aber aufgrund der sehr hohen technischen Komplexität nicht in die zweite Runde gehen und wurde zurückgezogen.

Nach Aussage der verantwortlichen Mitarbeitenden der Fördermittelstelle VDI/VDE Innovation + Technik GmbH könne der Antrag bei Weiterführung des Förderprogramms erneut eingereicht werden. Der MVV zeigte in Gesprächen eine generelle Bereitschaft, die Rolle des Lead-Partners zu übernehmen. Hierfür ist allerdings die Zustimmung der Gesellschafterversammlung des MVV notwendig. Diese Partnerschaft würde die Integration in die MVV-App erleichtern und wäre damit ein wichtiges Element für eine schnelle Erreichbarkeit der Angebote für die Bewohner der Region.

Im Rahmen der Förderung von MoveRegioM könnte eine weitere Etablierung von Mobilstationen erfolgen. Ebenso im Rahmen der sich gerade entwickelnden Projektsituation rund um die Internationale Bauausstellung in der Europäischen Metropolregion München mit dem Thema „Räume der Mobilität“.

Der Einrichtung überörtlicher Verbindungen stehen oftmals Hürden wie unzureichende Flächenverfügbarkeit und aufwendige Grundstücksverhandlungen im Wege. Deshalb konzentrierte sich die Arbeitsgruppe auf die innerörtlichen Radnetze.

Die Bestandsanalyse zeigte, dass die Hauptaufgabe ist, häufig bestehende Konfliktherde durch gezielte Maßnahmen zu beseitigen. Das sind etwa Querungen, mangelnde Beleuchtung oder auch (Ampel-)Kreuzungssituationen. Diese Konflikte sind in nahezu allen Kommunen präsent, aber nicht für jede Kommune ist der Lösungsweg der gleiche. Jeder Unfallschwerpunkt, jede Kreuzungsproblematik muss individuell für die betroffene Kommune gelöst werden, obwohl es einen für alle gleichermaßen anwendbaren „Werkzeugkasten“ gibt.

Ein Weg für die Lösung solcher Problemstellen kann die Erarbeitung eines maßgeschneiderten kommunalen Radverkehrskonzeptes sein. Dieses muss im Stadt- oder Gemeinderat beschlossen werden und hat damit ein politisches Votum – auch für die im Konzept enthaltenen Maßnahmen. Es erleichtert also die Umsetzung von Radverkehrsmaßnahmen im Gemeindegebiet. Für seine Erstellung seien aber in vielen Kommunen keine Haushaltsmittel verfügbar.

Ende 2023 signalisierte Allershausen, gemeinsam mit der Gemeinde Kranzberg und team red ein „kleines“ Radverkehrskonzept mit inner- vor allem aber außerörtlichen Anteilen erarbeiten zu wollen. So wollte die Gemeinde bei den Grundstücksverhandlungen vorankommen und die Voraussetzungen für den Bau der gewünschten Radwegeinfrastruktur zu schaffen. Das fertiggestellte „Radverkehrskonzept light“ wurde im Juli 2024 der Arbeitsgruppe sowie Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen der MIA-Region präsentiert.

In der Abschlussveranstaltung des Projektes am 03.12.2024 im Landratsamt Freising wurde die Thematik nochmals angeregt diskutiert. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein Radwegekonzept der Landkreise für viele Kommunen eine Grundlage sein kann, eigene Projekte umzusetzen und anzupassen.

Ausblick

Diskussionen um die Sicherheit im Radverkehr ziehen sich in vielen Kommunen über Jahre hin. Viele Akteure und engagierte Alltagsradfahrende erkennen Problemstellen und Möglichkeiten zur Verbesserung für den jeweiligen Ort. Oft aber fehlt das Geld für die Umsetzung einzelner Maßnahmen oder eine Person, die die vielen Ideen und Vorschläge professionell koordiniert, zusammenfasst und priorisiert.

Das Beispiel Allershausen hat gezeigt, dass es sehr sinnvoll sein kann, ein Radverkehrskonzept zu erstellen, da es einen Maßnahmenplan enthält, der je nach finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde abgearbeitet werden kann. Mit einer Kostenschätzung für Maßnahmen und einer Prioritätenliste hat die Kommune einen Handlungsplan für die kommenden Jahre in den Händen. Vor allem in Gemeinden, in denen schon eine gute Vorarbeit durch lokale Akteure oder Bürgermeister geleistet worden ist und die Aufgabenstellung spezifisch und klar definiert ist, bietet sich ein „Fahrradkonzept light“ an.

In der Abschlussveranstaltung des MIA – Projektes am 03.12.2024 im Landratsamt Freising wurde die Thematik mit Interessierten angeregt diskutiert. Wichtig war für die Teilnehmenden auch das Engagement Interessierter, des ADFC und Akteure in den Kommunen, die das Thema Radverkehr kommunizieren und mit Aktionen (etwa Sternfahrten, Anradeln) bekannt machen und sachlich aufklären. Viele Bewohnerinnen und Bewohner können viele Begriffe nicht eindeutig zuordnen, wie Fahrradstraße oder auch Radverkehrstreifen, Schutzstreifen und dergleichen  – ohne die Sicherheit in der Definition werden sachliche Gespräche zu verschiedenen Maßnahmen schwierig.

Sie betrachtete die Wechselwirkungen zwischen Siedlungsentwicklung und Verkehrsstruktur und hatte zum Ziel, zukünftige nachteilige Konsequenzen für den Verkehrssektor zu vermeiden/reduzieren. Konkret wurden Kriterien zur Steuerung der Siedlungsentwicklung erarbeitet, die beispielsweise als Grundlage für die Förderung innerörtlicher Verdichtungsprozesse dienen. Gleichzeitig wurden strategische Ansätze entwickelt, um die Erreichbarkeit zentraler Orte zu verbessern und flächendeckende Empfehlungen zur räumlichen Planung abzuleiten.

Als übergeordnetes Handlungsfeld wurde der Aspekt der regionsweiten Bewusstseinsbildung ausgemacht. Um die nachgelagerten Handlungsfelder, insbesondere die zur Verfügung stehenden Instrumente, sinnvoll für die Anwendung in der MIA-Region präzisieren zu können, wurden zunächst eine Bestandsanalyse durchgeführt und eine digitale Planungsgrundlage erarbeitet.

Entsprechend den Empfehlungen des Mobilitätskonzeptes wurde so eine kartographische Erreichbarkeitsanalyse für die MIA-Region durchgeführt, welche die Erreichbarkeiten des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) untersucht und qualitativ bewertet. Die Ergebnisse der Schlüsselprojektgruppe wurden in einem Diskussionspapier zusammengefasst, um sie einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen.

Dessen wesentliche Inhalte sind eine Kurzbeschreibung der Herangehensweise zur Erreichbarkeitsanalyse, ihre zentralen Ergebnisse sowie eine grobe räumliche Beurteilung der Kernaussagen. Darüber hinaus wurden Empfehlungen zur Siedlungsentwicklung auf lokaler Ebene abgeleitet. Das Papier fokussiert sich auf die mittelfristigen Elemente: Innenentwicklung/Nachverdichtung vor Außenentwicklung, Verkehrsvermeidende Siedlungsstrukturen fördern (Integration) und Mobilitätskonzepte als Standard für Bauvorhaben.

Ausblick

Folgende potenzielle Fokusgebiete sehen wir bei Fortführung der Arbeit der Schlüsselprojektgruppe „Raum-/Verkehrsstruktur 2040“ als sinnvoll an:

Instrumente zur Steuerung der Siedlungsentwicklung

Diese Instrumente könnten mit entsprechenden Planungen betrauten Personen in Workshop-ähnlichen Formaten vorgestellt und in Bezug auf eine Umsetzung in der MIA-Region weiter ausgearbeitet werden. Auf dieser Basis sollten Pilotprojekte in der MIA-Region geplant und umgesetzt werden, sodass Erfahrungen gesammelt, zwischen den Kommunen geteilt und anschließend weiterentwickelt werden können. Für diese Maßnahmen sollten die Verfügbarkeit von Fördermitteln geprüft und gegebenenfalls gemeinsam ein Antrag gestellt werden.

Enge Koordination und Abstimmung mit Schlüsselprojektgruppe 2 (ÖPNV)

Aufgrund der engen Verwandtschaft der behandelten Themenfelder erscheint es sinnvoll, den regelmäßigen Austausch mit dieser Schlüsselprojektgruppe zu suchen. Der sehr langfristig ausgerichtete Planungshorizont der Raum-/Verkehrsstruktur 2040 könnte somit wertvolle Impulse für die ÖPNV-Arbeitsgruppe liefern, die eine eher kurz- bis mittelfristige Orientierung ihrer Arbeit hat. Mit umgekehrter Logik können in der Entwicklung befindliche Projekte der Arbeitsgruppe 2 an die Schlüsselprojektgruppe 5 kommuniziert werden, welche diesen Input für weitere strategische Planungen und Empfehlungen zur Siedlungsentwicklung ausarbeitet.

Weiterentwicklung Erreichbarkeitsanalyse

Es sollten weitere Kriterien für zentrale Orte festgelegt werden, beispielsweise Bevölkerungszahl oder Vorhandsein von bestimmten Einrichtungen wie Allgemeinarztpraxen, Nahversorgungsgeschäfte oder ähnliches. Im Anschluss sollten die zentralen Orte auf die Erfüllung dieser Kriterien überprüft werden.

Zudem sollte eine Analyse für unterschiedliche Tageszeiten/Wochentage durchgeführt werden, was ein differenzierteres Bild der Erreichbarkeiten in der MIA-Region schaffen würde. Dies sollte sich insbesondere auch auf die Rolle der Schulwegverkehre im ÖV beziehen: In einer überschlägigen Untersuchung wurde erkannt, dass bestimmte Regionen zwar gut an den ÖV angeschlossen sind, dies scheint aber oftmals auf die bestehenden Schulverkehre zurückzuführen zu sein. Nachdem diese typischerweise nur frühmorgens und (nach-)mittags verkehren, dürfte die Erschließungsqualität zu anderen Zeitpunkten deutlich unterschiedlich ausfallen.

Wichtig wäre es zudem, die Reisezeitdifferenzen des MIV gegenüber dem ÖV in der MIA-Region zu untersuchen. Dies würde Gebiete aufzeigen, in denen etwa der MIV gegenüber dem ÖV besonders im Vorteil ist oder der ÖV wettbewerbsfähig ist.

Erreichbarkeitsanalyse auf lokaler Ebene durchführen

Es sollte erwogen werden, eine Erreichbarkeitsanalyse auf niedriger Maßstabsebene, beispielsweise 1:25.000 (Stadtplan-Maßstab) durchzuführen. Somit könnten gebietsschärfere Aussagen abgeleitet werden, als dies mit der vorhandenen Analyse für die gesamte MIA-Region möglich ist.

Newsletter Arbeitsgruppen vom 14.09.2023

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Ziel: Im Rahmen des Projektgebietes Orte definieren, an denen konkrete Maßnahmen der Verkehrsberuhigung notwendig und schnell umsetzbar sind. Durchführung von Verkehrsversuchen, die in Kooperation mit den zuständigen Genehmigungsbehörden erarbeitet und geplant werden.

Die Arbeitsgruppe tagte seit Projektbeginn viermal.

Die Teilnehmenden identifizierten zunächst mögliche Orte und Ansätze zur Verkehrsberuhigung im Landkreis. Das sind beispielsweise die Ortsdurchfahrten der St2054 auf dem Gebiet der vier Gemeinden Allershausen, Kirchdorf, Zolling und Haag. Überlegt wurde zudem, ob die Anordnung von Tempo 20/40 auf Gemeinde- oder Verbindungsstraßen zwischen einzelnen Gemeindeteilen zielführend sein könnte.

Die derzeit geltende StVO ist jedoch sehr restriktiv in der Genehmigung von Geschwindigkeitsreduzierungen. Ein fließender Verkehr und damit ein möglichst hoher Durchsatz an Fahrzeugen ist daraus folgend immer noch das höchste Gut der Straßenverkehrsplanung – zumindest was die Hauptstraßen anbelangt.

Während die Gemeinden auf Straßen in eigener Baulastträgerschaft weitestgehende Freiheiten haben, Geschwindigkeiten festzulegen, sind die Straßen höherer Rangordnung (Bundes, Staats- und Kreisstraßen), auch wenn sie durch die jeweilige Gemeinde führen, dem direkten Zugriff der Gemeinde entzogen und die Entscheidungen liegen entsprechend bei den Kreis- oder Landesbehörden.

Derzeit wird in Berlin an einer Aktualisierung der StVO gearbeitet, die gerade bei der Geschwindigkeitsreduzierung neue und einfachere Möglichkeiten der Genehmigung schaffen soll. Entsprechend wartet die Gruppe ab, ob und welche Veränderungen realisiert werden. Im Herbst findet die nächste Abstimmung statt, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und einen Ansatz für Umsetzungsplanungen im kommenden Jahr anzustoßen. Dies ist jedoch in hohem Maße von der Verfügbarkeit belastbarer Informationen aus Berlin abhängig.

Ziel: Schaffung von landkreisübergreifenden sowie Expressbuslinien mit Schwerpunkt auf dem Korridor Petershausen – Allershausen – Zolling – Moosburg. Neue On-Demand-Angebote für dünner besiedelte Gebiete sowie die Integration von Mitfahrangeboten. Beim letzteren liegt der Schwerpunkt auf dem Projekt „Mitanand“ des MVV.

Die Arbeitsgruppe tagte seit Projektbeginn dreimal.

Bei ihrer Tätigkeit berücksichtigt die AG den aktuellen Planungsstand der Hauptakteure des ÖPNV, also der Landkreise als Aufgabenträger sowie der Nachbarkreise in der Verknüpfung der Linien sowie des MVV als Verkehrsverbund.

Busverkehre

Die im Mobilitätskonzept getrennt formulierten Maßnahmenbereiche „landkreisüberschreitende Verkehre“ und „Expressverkehre“ sollen bei der Arbeit künftig gemeinsam betrachtet werden. Grund dafür ist, dass die jeweiligen Verkehrskorridore oftmals deckungsgleich sind. Zudem ist dadurch eine Förderfähigkeit im Rahmen des Programms „Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr gegeben.

Derzeit werden die von der AG ausgearbeiteten Vorschläge bewertet und anschließend die wichtigsten Varianten zur Umsetzung ausgesucht. Von der AG wurde der Korridor Petershausen – Allershausen – Zolling – Moosburg als vorrangig definiert. Zudem wurden Petershausen – Allershausen – Freising, Pfaffenhofen – Allershausen – Freising sowie Zolling – Langenbach – Eitting – Flughafen als weitere Korridore für den Busverkehr in Betracht gezogen.

Im nächsten Schritt werden die priorisierten Varianten gemeinsam mit den Landkreisen und dem MVV auf Umsetzbarkeit und vorhandenes Potenzial für Expressverkehr geprüft.

On-Demand-Verkehr

Ein weiterer wichtiger Bereich der zukunftsweisenden Verkehrsplanung im ländlichen und suburbanen Raum ist die Einrichtung von On-Demand-Verkehren. Angebote wie Rufbusse oder Zubringerlinien helfen, die „letzte Meile“ zu schließen, also den Weg zwischen Ausgangs-/Zielort der Reise und dem nächsten ÖPNV-Halt. In dünn besiedelten Regionen können sie so beispielsweise zuvor als unwirtschaftlich eingestellte Linienverkehre ersetzen.

Als idealer Einsatzbereich wird die Kombination mit einer Expressbuslinie gesehen, um dem Expressbus Fahrgäste aus der Region zuzuführen. So kann ein schnelles hochwertiges Angebot auf den Hauptstrecken realisiert werden und gleichzeitig die Bedienung der Fläche gesichert werden.

Der Landkreis Freising bereitet derzeit im Stadtgebiet Moosburg ein On-Demand-Angebot als Pilotprojekt vor. Dies soll bei der Planungstätigkeit der AG berücksichtigt werden. Die AG hat den Raum VG Zolling als am besten geeigneten Bereich im Projektgebiet für die Einrichtung eines vergleichbaren Angebotes definiert. Dort geht es um die Neugestaltung der Linien 602 und 603 sowie einer möglichen Linie Petershausen – Zolling – Moosburg.

Hierbei diskutiert die AG, wie ein solches Angebot für das Projektgebiet konkret aussehen sollte. Abhängig von der Finanzierbarkeit, dem Nutzungsverhalten der Reisenden sowie der optimalen Verknüpfung mit existierenden Verkehrsangeboten gilt es abzuwägen, ob ein On-Demand-Verkehr oder ein Ruftaxi-Einsatz die sinnvollste Lösung wäre oder ob auch der Einsatz von Linienverkehren mit Kleinbussen denkbar wäre.

Im nächsten Schritt sollen nun die spezifischen Charakteristika des Verkehrs erarbeitet werden und darauf aufbauend eine Empfehlung für die Gestaltung der Verkehre ausgesprochen werden.

Mitfahrplattformen

Aufgrund der hohen Bedeutung für das Projektgebiet hat sich die Arbeitsgruppe dazu entschlossen, den Bereich „Mitfahrplattformen“ als separates Angebot im Sinne des Maßnahmenkataloges zu betrachten.

Hierbei steht vor allem die Berücksichtigung der teilnehmenden Gemeinden beim Projekt „Mitanand“ von TU München, MVV, goFLUX und ride2go im Fokus. Dabei soll unter Federführung des MVV bis 2024 die Integration von Mitfahrplattformen in die Mobilitätsapp des MVV vollzogen werden. Die Freischaltung von ersten Mitfahrangeboten ist für Ende 2023 vorgesehen. Ziel der AG ist es, dieses neue MVV-Angebot regional zu vermarkten, sowohl bei Privatkund:innen wie auch bei Organisationen und Firmen.

Im nächsten Schritt wird ein Marketingkonzept entwickelt, um die Einführung des Projektes im Jahr 2024 mit einer lokalen Kampagne zu unterstützen und zu einem Erfolgsmodell zu machen. Hierfür sollen entsprechende Fördermittel eingeworben werden.

Ziel: Einrichtung von Mobilitätsstationen an prominenten und aus der Sicht der Nutzer:innen sinnvollen Standorten im Projektgebiet. Dabei kooperatives Vorgehen etwa mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck sowie dem MVV.

Die Arbeitsgruppe tagte seit Projektbeginn zweimal.

Mobilitätsstationen bündeln verschiedene Verkehrsangebote an einem Punkt, insbesondere geteilte Angebote wie Bike- und Carsharing. Am häufigsten ermöglichen sie Reisenden an Haltepunkten des ÖPNV den bequemen Umstieg in ein Verkehrsmittel ihrer Wahl und helfen dadurch, die sogenannte letzte Meile verkehrstechnisch zu bewältigen, also den Weg zwischen ÖPNV-Halt und dem Ausgangs-/Zielort der Reise. Wichtig sind Mobilitätsstationen aber etwa auch bei der Quartiersplanung.

Die Arbeitsgruppe hat sich darauf verständigt, dass ein gemeinsames Vorgehen über die Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg hier zielführender ist als eine Konzentration auf die Eigenentwicklung. Daher strebt sie eine Kooperation mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck und dem Förderprogramm MoveRegioM an. Der MVV spielt hierbei als Partner eine herausragende Rolle, der zudem auch ein Projekt zum Thema Leihfahrräder betreut.

Hier sieht die AG Möglichkeiten, die Aktivitäten zusammenzuführen. Erste Umsetzungen sind in Neufahrn zu erwarten. Die Kommune ist bereits sehr aktiv in der Planung und Umsetzung neuer Mobilitätsangebote. Gleiches gilt für die Stadt Freising, die voraussichtlich im Oktober dieses Jahres eine erste Mobilstation am Bahnhof Freising eröffnen wird. Diese Aktivitäten sollen zum Ausgangspunkt einer landkreisweiten Planung werden, die auf die
jeweiligen Bedürfnisse vor Ort eingeht.

Geplant ist entsprechend eine Projektentwicklung mit den genannten Institutionen mit einer – noch zu beantragenden – Förderung durch Rahmenprogramme wie z.B. MoveRegioM.

Ziel: Erarbeitung von Lösungen im innerörtlichen Radverkehr.

Die Arbeitsgruppe tagte seit Projektbeginn dreimal.

Fahrradfahren ist sowohl gesund und klimafreundlich als auch auf kurzen und mittleren Distanzen eine wirkliche Alternative zum eigenen Auto. Damit Menschen im Alltag so oft wie möglich auf das Zweirad umsteigen, müssen Kommunen die entsprechende Infrastruktur bereitstellen und für die nötige Sicherheit im Verkehr sorgen. Die Erarbeitung von kleinen Radverkehrskonzepten in mehreren kleinen Gemeinden (möglichst bis Februar 2024) kann ein Weg sein. Die Umsetzung einer Pilotmaßnahme (z.B. Fahrradstraße) wäre wünschenswert.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat die AG daher zunächst die allgemeine Situation der Fahrradinfrastruktur im Projektgebiet betrachtet. Wichtig sind dabei vor allem in den ländlichen kleinen Gemeinden die überregionalen Verbindungen in die einzelnen Ortsteile. Hier besteht jedoch die allen Kommunen gemeinsame Problematik, dass Grundstücke angekauft werden müssten. Da dies nicht über ein solches Projekt zu lösen ist, hat der Steuerungskreis beschlossen, dass sich die AG mit den innerörtlichen Radnetzten beschäftigt und hier gemeinsame Arbeitsansätze sucht.

Schnell hat sich hier gezeigt, dass die in den einzelnen Kommunen definierten Problemstellen zwar auf den ersten Blick nicht auf andere übertragbar sind, diese aber dennoch inhaltlich vergleichbar waren (Raumproblematik, Querungen, Kreuzungen, Sicherheit). Derzeit steht die Ausarbeitung eines inhaltlichen Ansatzes im Fokus der Arbeit, der auf alle Gemeinden anwendbar ist. Die Grundlage für eine Umsetzung von Maßnahmen in der Gemeinde könne laut AG immer nur eine politische Willenserklärung, die am besten über ein Radwegekonzept zu erreichen wäre. Die
Gemeinden Neufahrn und Freising haben ein solches bereits und berichteten über die Umsetzung von Maßnahmen daraus.

Für den Herbst ist ein Inhouse-Seminar der AGFK Bayern für die Verwaltungen im Projektgebiet geplant. Ziel des Seminars ist es, die Verwaltungsmitarbeiter:innen für das Thema Radverkehrskonzept zu sensibilisieren.

Damit Kommunen überhaupt ins Handeln kommen, könnten sie auch mit einem „Radverkehrskonzept light“ beginnen, dessen Kosten sich auf eine Höchstsumme von 5.000 Euro belaufen würden. In dessen Rahmen sollten im besten Falle bereits kleinere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation vor Ort umgesetzt werden. Besonderes Interesse hatten hier bereits die Gemeinden Attenkirchen und Marzling signalisiert.

Ziel: Verkehr soll künftig schon möglichst früh in den Planungen berücksichtigt werden, damit Siedlungsstrukturen entstehen, die nachhaltig sowie zukunftssicher sind und somit einen möglichst geringen Anteil an motorisiertem Individualverkehr (MIV) aufweisen. Übergeordnet muss hierfür ein Prozess der Bewusstseinsbildung für gemeindeübergreifende verkehrliche Ursachen- und Wirkungszusammenhänge angestoßen werden.

Die Arbeitsgruppe tagte seit Projektbeginn dreimal.

Sie geht von der Grundannahme aus, dass die Raumentwicklung von heute die Verkehrsstrukturen von morgen erzeugt. Die wesentliche Herausforderung ist dabei, dass die Handlungsspielräume für die einzelnen Kommunen in großem Maße eingeschränkt sind, denn die übergeordnete Raumplanung liegt in der Kompetenz der Länder und ist zudem eine sehr langfristige Angelegenheit. Auf niederer administrativer Ebene gilt es zudem, die kommunale Selbstbestimmung aufrechtzuerhalten.

Diese Handlungsspielräume werden von Instrumenten der öffentlichen Verwaltung beeinflusst. So wollen etwa verschiedene Planungswerke wie der Landesentwicklungsplan und der Regionalplan berücksichtigt werden. Der Regionalplan achtet die kommunale Planungshoheit und setzt einen Rahmen für die kommunale Planung.

Im Mobilitätskonzept von 2020 sind für die Schlüsselmaßnahme Raum-/Verkehrsstruktur 2040+ verschiedene Handlungsfelder ausgemacht worden. Diese hat die Arbeitsgruppe zunächst präzisiert und anhand der Rückmeldungen im Rahmen der öffentlichen Abendveranstaltung im Mai 2023 nach Prioritäten geordnet:

• Ebene 1: Bewusstseinsbildung als Handlungsmaxime
• Ebene 2: Bestandsanalyse als (digitale) Planungsgrundlage
• Ebene 3: Mittelfristige Ziele (Innenentwicklung/Verkehrsmindernde
Siedlungsstrukturen fördern/Mobilitätskonzepte als Standard für
Bauvorhaben)
• Ebene 4. Langfristiges Ziel (Gemeinsames Leitbild zur Siedlungsentwicklung)

Aufgrund der oben beschriebenen Gemengelage hat die Arbeitsgruppe beschlossen, der Bewusstseinsbildung als übergeordnete Maxime höchste Priorität einzuräumen. So können im weiteren Prozess unkompliziert zusätzliche in die weitere Arbeit eingebunden und auch ohne großen Aufwand Informationsmaterialien für die Öffentlichkeit erstellt werden. Das betrifft sowohl das Bewusstsein für gemeindeübergreifende verkehrliche Ursachen- und Wirkungszusammenhänge wie auch die Herbeiführung einer Akzeptanz von räumlichen Gebietskategorien in puncto Erschließungsqualität durch die Verkehrsträger.

Um die weiteren Handlungsfelder zielgerichtet bearbeiten zu können, soll zunächst eine übergreifende Bestandsanalyse angefertigt werden. Da die zu berücksichtigenden Planungsgrundlagen über viele Ämter in den einzelnen Gemeinden verteilt sind, sollen diese zusammengeführt und somit langfristig eine digitale Planungsgrundlage geschaffen werden.

In einem ersten Schritt soll für das Projektgebiet eine digitale Erreichbarkeitsanalyse durchgeführt werden. Diese gibt Auskunft darüber, welche Destinationen aus welchen Gemeinden mit einem Verkehrsmittel (ÖV, Rad, MIV) in einem bestimmten Zeitintervall erreicht werden können. Im Umkehrschluss erlaubt es diese Analyse auch, Bereiche mit Defiziten hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit mit wünschenswerten Mobilitätsformen zu erkennen.

Im Anschluss werden diese Bereiche auf potenziell bestehende Entwicklungsprojekte überprüft, um so möglicherweise wenig zukunftssichere Trends in partnerschaftlicher und vertraulicher Konsultation mit den betroffenen Gemeinden abzuwenden.

Basierend auf der Rückmeldung und dem Nutzen der digitalen Planungsgrundlage soll diese zukünftig um weitere Facetten angereichert werden, beispielsweise mit Daten zu Pendler:innenverflechtungen, Flächennutzungs- oder Nahverkehrsplänen.

Auf der mittelfristigen Ebene hat die Arbeitsgruppe drei Ziele ausgemacht:

Flächenverbrauch vermeiden:

Arbeitsplätze, Wohnmöglichkeiten und Verkehrswege müssen sein, dennoch sollen Grünflächen als Natur- und Erholungsflächen erhalten bleiben und störende Lärm- und Schadstoffemissionen vermindert werden. Hier hat sich die AG dafür entschieden, die kommunale Innenentwicklung beziehungsweise die Nachverdichtung im Innenbereich gegenüber der Außenentwicklung den Vorzug zu geben.

Zu viel Verkehr schon in der Planung vermeiden:

Schon bei der Anlage sollen neue Siedlungsstrukturen künftig verkehrsvermeidend geplant werden. Dabei geht es darum, künftig lieber dicht mit Funktionsbündelung zu bauen, als durch in die Fläche ausufernde Bauweise zusätzliche Wege zu generieren. Auch die funktionale Segmentierung erzeugt unnötige Wege, so sollte in Zukunft auf gemischte Quartiere mit Wohn-/Gewerbe- und Büronutzung gesetzt werden, in denen auch kurze Wege zu Bildungs- und Versorgungseinrichtungen sowie dem Einzelhandel bestehen.

Verkehr komplex und multimodal begreifen:

Neue Bauvorhaben sollen künftig eine umfassende Perspektive auf Verkehr beinhalten. Mobilitätskonzepte, die alle möglichen Verkehrsträger berücksichtigen und eine optimale Lösung für das jeweilige Bauvorhaben bieten, sollen zum Standard werden.

Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes zur Siedlungsentwicklung für die gesamte Region.